

Mit aktuellen Themen aus der Arbeit der Ständigen Ausschüsse, dem Arbeitsprogramm des IDF und Veranstaltungshinweisen.
VDM / CV- Christian Robert, Generaldirektor des Internationalen Milchwirtschaftsverbandes IDF, geht in der neuen Ausgabe des IDF-Newsbrief noch einmal auf den in der Öffentlichkeit viel beachteten Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ein. In dem Bericht seien auch die vielen Initiativen zur Nachhaltigkeit zusammengefasst, die die Milchwirtschaft in der Vergangenheit angestrengt habe. Außerdem enthalte der Bericht Informationen darüber, in welchen Bereichen der Milchsektor künftig zusätzlich Treibhausgasemissionen reduzieren könne. Der IDF sei erfreut darüber, dass die Milchwirtschaft nur einen Anteil von 2,7 % am CO2-Ausstoß habe, wie ja der FAO-Bericht eindeutig ergeben habe, schreibt Robert weiter. Der IDF nehme die Zusammenarbeit mit der FAO sehr wichtig, und auch die FAO würde den fachkundigen Rat des Internationalen Milchwirtschaftsverbandes schätzen, stellt Robert in seinen Einführungsworten fest. Der FAO-Bericht ist über folgenden Link abrufbar: http://www.fao.org/news/story/en/item/41353/icode/
Eine niederländisch-französische Arbeitsgruppe wird für den nächsten Weltmilchgipfel ein Papier zur Lage der internationalen Milchwirtschaft vorbereiten. Ein entsprechender Bericht über das Jahr 2009 ist über das Intranet des IDF verfügbar, ebenso eine Zusammenfassung von Jim Begg (UK), in der er über die recht positive Entwicklung der Lage der Milchwirtschaft in 18 Mitgliedsländern des IDF berichtet.
Der Ständige Ausschuss für Ernährung und Gesundheit (SCNH) plant, auch in Zukunft Fachtagungen wie z.B. die sehr erfolgreiche Konferenz zu Milchfett und Koronarer Herzkrankheit zu veranstalten. Ferner waren sich in der letzten Sitzung alle Teilnehmer darüber einig, dass man sich verstärkt im Bereich von Auszeichnungen für bahnbrechende Erkenntnisse in der Milchwissenschaft engagieren will. Ferner wird berichtet, dass der SCNH kürzlich eine Umfrage bei den Nationalkomitees des IDF durchgeführt hat. Diese war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Entscheidungsträger in Lebensmittelbehörden und in der Politik in Zukunft verstärkt mit wissenschaftlich fundierten Informationen versorgt werden sollen. Vermittelt werden sollen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Bedeutung von Milch in der Ernährung sowie zu Salz, gesättigten Fettsäuren, trans-Fettsäuren und Kohlenhydraten. Ferner hat es sich der SCNH zum Ziel gesetzt, künftig noch stärker als bisher für die Verbreitung von wissenschaftlichen Fakten zu Themen wie „Milch in der Ernährung und Nachhaltigkeit“ sowie „Milch in der Ernährung und Kinder“ zu sorgen. Der IDF ruft in seinem Newsbrief zur Einreichung von Beiträgen (Fallstudien) für seine Webseite auf, die sich mit Themen rund um die Nachhaltigkeit in der Milchwirtschaft befasst. Mit Hilfe des so genannten Grünbuches wolle die Milchwirtschaft zeigen, so heißt es in dem entsprechenden Artikel, dass Umweltaspekte einen großen Stellenwert für sie einnehme und man dieses Thema sehr ernst nehme. Beiträge können noch bis zum 15. Juli 2010 über den Link www.dairy-sustainability-initiative.org eingereicht werden.
Der IDF erwägt, sich in Absprache mit seinen Mitgliedsverbänden künftig für die Entwicklung von regionalen Standards einzusetzen, so z.B. bei fermentierten Milcherzeugnissen. Im Codex-Ausschuss wird derzeit die Kennzeichnung im Zusammenhang mit dem Natrium/Salzgehalt diskutiert. Das IDF-Koordinierungsgremium SPCC wies in seiner letzten Sitzung darauf hin, dass die Analysenmethoden zur Bestimmung des Salzgehaltes (NaCl) gegenwärtig nur die Ermittlung des Cl-Wertes vorsehen. Es sei jedoch bekannt, dass in Milch und Milcherzeugnissen auch andere Cl-Quellen vorhanden sein könnten.
Der IDF hat ferner seine Bedenken zu einem vor kurzem erschienen FAO/WHO-Bericht geäußert. Hierin unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Zusammenfassung nicht zwischen trans-Fettsäuren aus Wiederkäuern und solchen aus gehärteten Fetten und Ölen. Dies widerspreche den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ferner gab der SPCC-Ausschuss bekannt, dass die Technische Spezifikation zur Bestimmung von Melamin und Cyanursäure im August 2010 veröffentlicht werden wird.
Das Programm für den Weltmilchgipfel in Neuseeland im November dieses Jahres steht fast vollständig fest. Für ein attraktives Beiprogramm der Konferenz sei ebenfalls gesorgt, so der IDF-Newsbrief.
Auf die folgenden Veranstaltungen wird abschließend in dem IDF-Newsbrief hingewiesen:Ziel des Symposiums ist es, ein vertieftes Wissen zur Produktion, Vermarktung, chemischen Zusammensetzung, Technologie, Mikrobiologie, Verarbeitung und zu Nährwertaspekten von Milch zu vermitteln, die nicht von Kühen sondern von Schafen, Ziegen und anderen Tieren stammt. Die Konferenz wird sich mit sozialen und wirtschaftlichen Aspekten sowie Umweltthemen befassen. Ferner wird es Präsentationen über Rohmilch geben und es wird darüber diskutiert, welchen Einfluss Züchtung und Ernährung der Tiere auf den Nährwert und die sensorische Zusammensetzung ihrer Milch haben. Zudem werden Besonderheiten der Büffel-, Kamel-, Yak-, Rentier- und Stutenmilch erläutert. Weitere Themen sind die Verarbeitung der Milch und Produkte, die aus dieser Milch hergestellt werden, sowie deren Eigenschaften und Nährwert und eventuelle Allergien gegen diese Milch. Aktuelle Forschungsprojekte und Kurzzusammenfassungen für mündliche Präsentationen können bis zum 30. September 2010 und Posterpräsentationen bis zum 15. Januar 2011 eingereicht werden.
Der Weltmilchgipfel 2011, der unter dem Motto „Nachhaltige Lebensmittelsicherheit“ steht, wird in technischer Zusammenarbeit mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) durchgeführt werden. Einzelheiten werden in Kürze über die Website http://www.wds.2011.com/ veröffentlicht werden.
Quelle: IDF-Newsbrief vom 14. Juni 2010
(Claudia Vetter)
Am Montag, dem 14. Juni 2010 fanden in Berlin die Sitzung des VDM-Verbandsausschusses und die ordentliche Mitgliederversammlung statt.
VDM / IC - Die Teilnehmer haben sich dabei über die wirtschaftliche Situation der Branche ausgetauscht, die sich in 2010 besser als in 2009 darstellt. Allgemein kann ein Preisanstieg verzeichnet werden, der bis Ende 2010 einen günstigen Ausblick erlaubt. Schätzungsweise werden Auszahlungspreise von durchschnittlich bis zu 0,30 € pro Kilogramm Milch erwartet. Das Exportgeschäft läuft gut, und auch die Auslagerung der Interventionsbestände verläuft unkritisch. Umsatz und Absatz sowie die allgemeinen Medienberichterstattung über die Branche entwickeln sich positiv.
Weiterhin wurden die Ausschussmitglieder über die Ergebnisse der Sitzung des Codex-Kennzeichnungskomitees und der Analytischen Woche des IDF informiert. Die Beschlüsse des VDM-Beirates, die im März dieses Jahres getroffen wurden und richtungsweisend für das Nationalkomitee sind, wurden auch im Verbandsausschuss noch einmal vorgestellt und diskutiert. Im Wesentlichen ging es dabei um die strukturelle Ausrichtung und die Schwerpunktsetzung in den kommenden Jahren. Ferner hat der Verbandsausschuss zahlreiche neue Mitglieder in IDF-Gremien delegiert. Die aktuelle deutsche Beteiligung an der IDF-Arbeit ist im Internet ersichtlich:
www.vdm-deutschland.de/derverband/verbandsgemien.html.
Als nationales Thema stand eingangs das EU-Emissionshandelssystem auf der Tagesordnung, hier insbesondere die künftige Handelbarkeit von bisher kostenlos zugeteilten Zertifikaten. Die aktuellen milch- und lebensmittelrelevanten Entscheidungen auf EU Ebene (wie z. B. die Verbraucherinformationsverordnung, die Health-Claim-Verordnung und die Nährwertprofile, die Herkunftskennzeichnung oder das Grünbuch Qualität) und die damit verbundenen freiwilligen/nicht freiwilligen Kennzeichnungen beschäftigen die Branche derzeit intensiv. Auch im aktuellen Zusatzstoffrecht kommen neue Anforderungen an die Kennzeichnung von Aromen und Enzymen auf die Unternehmen zu.
Die Mitgliederversammlung hat am 14. Juni 2010 den Rechnungsabschluss 2009 und den Geschäftsbericht des VDM genehmigt und den Vorstand sowie die Geschäftsführung entsprechend entlastet. Als neue ordentliche Mitglieder wurden die Arbeitsgemeinschaft Milch Mecklenburg-Vorpommern e.V. und die Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein e.V. aufgenommen. Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung findet am 22.11.2010 statt, bei der dann über den Haushalt 2011 sowie die neue Vorstandsbesetzung beraten wird.
(Dr. Ines Coldewey)
Die Weltelite der Milchwissenschaft und -technologie traf sich letzte Woche in Tromsø / Norwegen. Die Wissenschaftler diskutierten über gesündere Milchprodukte mit verbesserten Nährwerten und weiteren Vorteilen für die Gesundheit.
VDM / IC - Zeitgleich fanden in diesem Jahr zwei technologische Symposien zum Thema „Fermentierte Milch“ bzw. zur „Mikrostruktur von Milchprodukten“ und die Technologische Woche des Internationalen Milchwirtschaftsverbandes vom 06. - 11. Juni 2010 statt.
Die Technologische Woche wurde von 250 Teilnehmern aus 32 Staaten besucht. Die Präsentationen konzentrierten sich auf innovative Milchinhaltsstoffe wie z. B. probiotische Stämme und neue Verarbeitungstechnologien. So können Vorteile in der Ernährung für verschiedene Segmente von Verbrauchern erreicht werden, wie z.B. Geschmacksverbesserungen oder die einfacherer Zubereitung.
Die nordischen Staaten sind führend bei der Erforschung von fermentierten Milchprodukten und Probiotika. Gerade die Universität von Tromsø hat viele klinische Studien angefertigt, aus denen eine Vielzahl von Gesundheitsvorteilen von fermentierten Milchprodukten in der Humanernährung herausgearbeitet wurde.
Die detaillierte Berichterstattung über die Inhalte der vorgestellten Projekte werden wir in den kommenden Ausgaben der Schnellinformationen fortsetzen.
Am Sonntag, unmittelbar vor den beiden technologischen Symposien, fand die Sitzung des Ständigen Ausschusses für Milchwissenschaft und –technologie (SCDST) in Tromsø statt. Die fast 20 Mitglieder und Beobachter (darunter vier japanische Kollegen) tauschten unter dem Vorsitz von Phil Kelly (IE) gemäß der Tagesordnung neue Informationen aus, diskutierten und fassten notwendige Beschlüsse.
Die geplante Publikation zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über Kohlenhydrate in Milchprodukten mit Schwerpunkt Lactose wurde intensiv erörtert. Obwohl hier der Ausschuss für Ernährung und Gesundheit (SCNH) federführend ist, soll Milena Corredig (CA) versuchen, den technologischen Teil zu erweitern, insbesondere zur Herstellung von Galactooligosacchariden (GOS) und weiteren, in die Zukunft weisenden Produkten.
M. Corredig bat auch um Unterstützung, um beim IDF World Dairy Summit im Oktober 2011 in Parma (IT) das Thema „Umweltverträgliche Lebensmittelsicherheit“ („Sustainable Food Security“) mit einem attraktiven Programm aus technologischer Sicht zu füllen.
Unter der Federführung von Paul Paquin (CA) soll ein neues Action Team zum Thema „Salz bei der Herstellung von Käse“ gebildet werden. Das Team soll, in Zusammenarbeit mit dem SCNH und dem SC Microbiological Hygiene, neue Erkenntnisse zum notwendigen Gebrauch von Salz bei der Produktion von Käse, aber auch zu den ernährungsphysiologischen Auswirkungen auf den Menschen, in einer Monographie zusammenfassen. Diese könnte beim IDF Int. Symposium on Cheese Ripening and Technology 2012 in Madison/WI (USA) vorgestellt werden.
Die IDF Website (www.fil-idf.org) soll nicht nur Fachleuten Informationen über Termine und Aktivitäten liefern, sondern z. B. auch interessierten Laien Fakten über die Milch vermitteln. Dazu sollen sog. „fact sheets“ zu Themen wie „Milchherstellung / Wärmebehandlung“ erstellt werden. Anlass waren die Darstellungen in der bekannten Online-Bibliothek „Wikipedia“, die nicht immer korrekte Fakten bieten. Über die IDF-Website können beispielsweise auch die Adressen von ca. 120 Milchlaboratorien weltweit abgerufen werden.
Das nächste Treffen des Ausschusses findet unmittelbar vor dem nächsten IDF World Dairy Summit im November 2011 in Auckland (NZL) statt.
Quelle: Bericht Dr. Wolfgang Hoffmann, MRI, Kiel
(Dr. Ines Coldewey)
Die Preisverleihung fand anlässlich der IDF-Symposien zu den Themen „Fermentierte Milch“ bzw. „Mikrostruktur von Milchprodukten“ am 9. Juni 2010 in Tromsø statt. .
VDM / IC - Vergeben wird der Preis in drei Kategorien: Ernährung und Gesundheit, Biotechnologie und Mikrobiologie. Die Gewinner sind:
Die insgesamt eingereichten Beiträge waren exzellent, von hoher Qualität und zeugen von einer steigenden Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der fermentierten Milchprodukte. Der IDF Elie Metchnikoff Preis 2010 wurde mit Unterstützung der Partner Yakult, Danone Research, Nestlé, Mead Johnson, DSM Food Specialties, YLFA International, Danisco, California Dairy Research Foundation and Chr. Hansen vergeben.
(Dr. Ines Coldewey)
Der Normenausschuss Maschinenbau (NAM) hat die Neufassung der DIN 11488 zur Kommentierung bekannt gemacht.
VDM / IC - Mit Ausgabedatum Mai 2010 sind folgende DIN Norm-Entwürfe erschienen:
Die o.g. Norm-Entwürfe können beim VDM angefordert werden. Alternativ kann man über den neuen online-Service kostenfrei Inhalte von aktuellen Norm-Entwürfen lesen und kommentieren. Das Norm-Entwurfs-Portal finden sie unter folgender Adresse: http://www.entwuerfe.din.de.
Die Frist für eventuelle Einsprüche läuft bis zum 30. September 2010 und sollte gesammelt über den VDM an die NAM-Geschäftsstelle gegeben werden.
(Dr. Ines Coldewey)
IDF begrüßt FAO-Bericht zum Treibhausgasausstoß der Milchwirtschaft
VDM / CV - Umweltangelegenheiten gehören seit vielen Jahren zu den Schwerpunktthemen, denen der Internationale Milchwirtschaftsverband (IDF) besondere Priorität einräumt. So hatte der IDF beispielsweise eine Studie der FAO zu den Umweltauswirkungen in der Milchproduktion unterstützt. Diese war letztlich zu dem Ergebnis gekommen, dass der Anteil der Milchwirtschaft am globalen CO2-Ausstoß lediglich 2,7% beträgt. Der IDF Leaders Brief weist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die vielfältigen Aktivitäten des Verbandes im Umweltbereich hin, die auch unter der Webseite www.dairy-sustainability-initiative.org aufgeführt sind. Die Seite enthält mehr als 250 Fallstudien sowie zahlreiche Beispiele für gute Praktiken.
Die Zukunftsaussichten für den Milchwirtschaftssektor sieht Andrew Ferrier, Vorstandschef der neuseeländischen Molkereigenossenschaft Fonterra, trotz einer derzeit schwierigen Marktsituation durchaus in einem positiven Licht. In einem Interview mit IDF gibt er zu bedenken, dass sich die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 verdoppelt haben wird. Daher werde sich auch der Bedarf an hochwertigem und vielseitig einsetzbarem Eiweiß erhöhen. Darüber hinaus würden wachsende Einkommen in weniger entwickelten Ländern wie China oder Regionen wie Südostasien dazu führen, dass mehr Eiweiß und natürlich auch mehr Milchprodukte verzehrt würden. Milchprodukte gehörten zu den Lebensmitteln, die überall auf der Welt als eine der besten Nahrungsmittellieferanten angesehen würden, so Ferrier.
Um der wachsenden Milchproduktion in der Unternehmenssparte Milchzutaten nachkommen zu können, habe Fonterra vor kurzem die ED4, die größte und leistungsfähigste Milchtrocknungsanlage der Welt, in ihrem Werk in South Island in Betrieb genommen. Durch die Anlage, die alle zwei Minuten 1 Tonne Vollmilchpulver produzieren könne, hätte man die Kosten pro Kilogramm Endprodukt erheblich senken können.
Ferrier sagte weiter, Fonterra schätze die Arbeit des IDF sehr, denn sie trüge dazu bei, dass die Teilnahme der neuseeländischen Milchwirtschaft am Weltmarkt erheblich erleichtert werde. Die Branche freue sich nun auf den Weltmilchgipfel, der im November 2010 in Auckland stattfinden werde. Seit dem letzten Gipfel, den Neuseeland im Jahr 2001 veranstaltet habe, hätte sich viel getan. Die Bauern profitierten inzwischen von den höheren Milcherzeugerpreisen. Darüber hinaus habe man erfolgreich die Produktivität im landwirtschaftlichen Betrieb verbessern können. Auch bei der Arbeitseffizienz habe man erhebliche Fortschritte erzielen können.
Der IDF befürwortete in der Sitzung noch einmal die Empfehlungen des Codex-Ausschusses für Milch und Milcherzeugnisse (CCMMP), die besagen, dass Probenahmepläne auf gültigen statistischen Verfahren, welche die Anforderungen für einen fairen internationalen Handel mit Milch und Milchprodukten erfüllten, beruhen sollten. Ferner wurde Abschnitt 9, der sich mit Messunsicherheiten und den Verfahren bei Streitfällen in den Leitlinien zu Messunsicherheiten befasst, vollständig entfernt. Ein Entwurf der überarbeiteten Leitlinien wird der Codex Alimentarius Kommission (CAC) zur Bearbeitung vorgelegt.
Fermentierte Milcherzeugnisse und Probiotika rücken zunehmend in das Interesse von Wissenschaftlern, Verbrauchern und Lebensmittelindustrie. Auch der IDF bietet eine Reihe von Veranstaltungen in diesem wichtigen Forschungsbereich an. So werden durch die Vergabe der Elie-Metchnikoff-Auszeichnung herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich fermentierter Milcherzeugnisse gewürdigt. Die diesjährige Preisverleihung wird am 9. Juni 2010 im Rahmen des IDF-Symposiums „Science and Technology of Fermented Milks“ im norwegischen Tromsö stattfinden.
Der IDF aktualisiert derzeit in Zusammenarbeit mit der European Food and Feed Cultures Association (EFFCA) sein in 2002 verfasstes Verzeichnis von Mikroorganismen, die eine dokumentierte Geschichte in der Verwendung in Lebensmitteln haben, heißt es abschließend in dem IDF Leaders Brief. Da die Überarbeitung unter Einbeziehung taxonomischer Veränderungen (Veränderungen in der systematischen Klassifikation) erfolgt, sind in der überarbeiteten Auflage auch die neuen Verordnungen zur Risikoanalyse von Mikroorganismen berücksichtigt, die seit dem Jahr 2002 in Kraft getreten sind. Durch das neue Verzeichnis würde sich also eine volle Risikobewertung bei den in dem Verzeichnis auf-geführten Spezies erübrigen. Für die Milchwirtschaft wird dies große Vorteile bringen.
Quelle: IDF Leaders Brief, Ausgabe 8
(Claudia Vetter)
Das BMELV hat dem Bundesrat eine Verordnung zur Anpassung lebensmittelhygiene- und tierseuchenrechtlicher Vorschriften an den Vertrag von Lissabon und zur Änderung nebenstrafrechtlicher Bestimmungen in Produktverordnungen zugeleitet.
VDM / IC - Mit dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages wird eine Anpassung der lebensmittelhygienerechtlichen Regelungen und der Binnenmarkt-Tierseuchenschutzverordnung erforderlich. Ferner wurde das Milch- und Margarinegesetz vom 25. Juli 1990 durch Artikel 13 des Dritten Mittelstandsentlastungsgesetzes vom 17. März 2009 geändert und gestrafft. Dadurch ergab sich eine Umnummerierung von Vorschriften einschließlich der Bußgeldvorschrift. In den nebenstrafrechtlichen Bestimmungen von Produktverordnungen sind die Bezüge zur Bußgeldvorschrift im Gesetz anzupassen. Schließlich sind Verweisungen auf EU-Recht zu aktualisieren und obsolete Vorschriften aufzuheben.
In allen Regelungen wird nun klargestellt, dass die Verordnungen nicht nur der Durchführung der bis zum 1. Dezember 2009 erlassenen Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft dienen, sondern auch solche, die von ihrer Rechtsnachfolgerin, der EU, auf dem genannten Gebiet erlassen wurden.
Folgende Verordnungen sind von den Anpassungen betroffen:
Die Verordnung mit Übergangsregelungen zur Einführung der Informationen zur Lebensmittelkette vom 2. Januar 2006 wird im Anschluss entsprechend aufgehoben werden.
(Dr. Ines Coldewey)
Vom 12. Bis 16. April 2010 fand in Paris die Sitzung des Codex-Komitees Allgemeine Prinzipien statt. Dabei wurden Themen angesprochen, die mehrere Komitees gleichzeitig betreffen, wie z.B. Risikoanalyse oder die Definition eines „Hazard“.
VDM / IC - Vertreter des Internationalen Milchwirtschaftsverbandes verfolgen regelmäßig die Sitzungen der horizontalen Codex-Gremien, so auch des Komitees für Allgemeine Prinzipien. Eingang stand der Ethik-Code im internationalen Lebensmittelhandel auf der Tagesordnung, hier insbesondere die Definition der Haltbarkeit. Die Regierungsvertreter einigten sich schlussendlich auf die folgende Lesart: „Kein Lebensmittel (einschließlich re-exportierter Lebensmittel) sollte international gehandelt werden, das (wo anwendbar) ein Verfallsdatum hat, das nicht genügend Zeit für die Auslieferung im Importland erlaubt.“. Nachdem sich der Ethik-Code nun auf Stufe 8 des Verfahrens befindet, wird er an die Codex Alimentarius Kommission zur Verabschiedung im Juni/Juli 2010 übergeben.
Weiterhin wurde die Überarbeitung der Risiko-Analysenmethoden besprochen. Die Arbeitsgrundsätze des Codex stehen den bisherigen Entwürfen nicht entgegen. Deshalb wird nun die Überarbeitung der Risiko-Analysenmethoden allen Codex Komitees (Zusatzstoffkomitee, Rückstandskomitees, Komitees für Lebensmittelhygiene, Ernährung und diätetische Lebensmittel) zur Mitkenntnis und Stellungnahme übergeben.
Der Begriff des „Hazard“ wird in vielen Bereichen unterschiedlich ausgelegt. Mal bezieht man sich dabei auf einen Stoff, mal auf die Auswirkungen, die ein Risiko / eine Gefährdung darstellen können. Deshalb will man nun im Verfahrenshandbuch eine Fußnote zum Begriff „Hazard“ einfügen, die wie folgt lautet: „Die Definition eines „Hazard“ mit Bezug auf einen Stoff unterscheidet sich in vielen wissenschaftlichen Quellen, die von verschiedenen Codex Komitees in deren Dokumenten zur Risikoanalyse zitiert werden, von derjenigen Definition, die Bezug auf die Auswirkungen nimmt. Dieser Unterschied sollte nicht so interpretiert werden, dass damit Konflikte in der Auslegung der Arbeitsgrundsätze für die Risikoanalyse entstehen“. Auch diese erklärende Fußnote wird den übrigen Codex Komitees zur Stellungnahme zugeleitet.
Ferner hat sich das Komitee mit seinem eigenen Aufgabenbereich und den ökonomischen Auswirkungen von Codex Standards befasst. Eine elektronische Arbeitsgruppe soll nun Untersuchungsmechanismus erarbeiten, mit dem man mögliche ökonomische Auswirkungen im Vorfeld mit Hilfe eines abgestimmten Meldeverfahrens ermitteln kann. Gleichfalls hat man im Komitee darüber diskutiert, was mit Entwürfen von Standards geschehen soll, die seit Jahren auf Stufe 8 verbliebe sind, ohne dass sie verabschiedet worden sind. Ein Beispiel ist die seit 1999 mit dem FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe - JECFA geführte Diskussion um Rückstandswerte für BST (Bovines Somatotropin). Über die weitere Vorgehensweise in solchen Fällen wird sich eine elektronische Arbeitsgruppe abstimmen.
Die Zusammenarbeit mit der internationalen Tiergesundheitsorganisation OIE mit dem Codex Alimentarius im Bereich der Lebensmittelsicherheit stand ebenfalls auf der Tagesordnung.
(Dr. Ines Coldewey)
Im Rahmen der turnusmäßigen Überprüfung der DIN Norm DIN 11483-2 Milchwirtschaftliche Anlagen; Reinigung und Desinfektion; Berücksichtigung der Einflüsse auf Dichtungsstoffe wurde deren Überarbeitung gefordert.
VDM / IC - Der formale Fokus der Norm wird wie bisher der Bereich Milchwirtschaftliche Anlagen sein. Die Arbeiten werden im Rahmen des Arbeitsgremiums NA 060-18-06-02 AK Milchwirtschaftliche Maschinen und Anlagen stattfinden.
Da wegen des Schwerpunktes dieser Norm auch Dichtungshersteller und Reinigungsmittelhersteller beteiligt sind, erfolgt derzeit die Befragung der betroffenen Wirtschaft und die Einberufung der 1. Sitzung beim VDMA.
(Dr. Ines Coldewey)
Der nächste Weltmilchgipfel wird vom 08. bis 11. November 2010 in Neuseeland stattfinden. Die Sitzungen der IDF-Ausschüsse sind für die Zeit vom 05. bis 08. November 2010 geplant.
VDM / IC - Gastgeber ist das neuseeländische Nationalkomitee des Internationalen Milchwirtschaftsverbandes - IDF. Das Programm ist bereits weitgehend aufgestellt und im Internet unter www.wds2010.com/programme einsehbar.

Montag |
Dienstag, |
Mittwoch, |
Donnerstag, |
Offenes Diskussions- |
Milchpolitik & “Natural Inspiration” |
Milchpolitik & “Natural Inspiration” |
Workshop 1 - Methoden Analytik & Probenahme “Analytical Tools to Safeguard the Integrity of Milk and Milk products” |
Eröffnung |
Milcherzeugung, “Sustainability: From Threats to Opportunities” |
Milcherzeugung, “Sustainability: From Threats to Opportunities” |
Workshop 2 - “Harmonisation of Dairy Food Additive Standards: International, Regional and National Perspectives” |
World Dairy |
Milchwissenschaft & Technologie ”Dairy Food Structure: At the Interface” |
Marketing “New Threats and Opportunities for Marketing Dairy Foods” |
Workshop 3 - “New Manufacturing Technologies in the Australasian Dairy |
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Umweltschutz “Environmental Pressures - From Farm to Market” |
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LactoPharma “Discovery of |
DIAA Cheese Science, Teil 1 “Cheese Quality: Opportunities and Challenges in the 21st Century” |
DIAA Cheese Science, Teil 2 “Cheese Quality: Opportunities and Challenges in the 21st Century” |
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Ernährung & “Helping Build Good Foundations throughout the Lifestages” |
Ernährung & “Helping Build Good Foundations throughout the Lifestages” |
Zahlreiche Fachexkursionen bieten einen Einblick in die Milchwirtschaft des Landes.
Auch die Anmeldeunterlagen sind nun online: http://www.wds2010.com/registration.html.

Deadline für den Frühbucherrabatt ist der 31. Mai 2010.
2011 wird der Weltmilchgipfel vom 15. bis 19. Oktober in Parma (Norditalien) unter der Überschrift „Nachhaltige Lebensmittelsicherheit“ stattfinden.
(Dr. Ines Coldewey)
Ein neues Gebiet für die klassische Lebensmittelkontrolle ist der Marktplatz Internet. Das BVL plant eine nationale Koordinierungsstelle zur Überwachung der Anbieter von Lebensmitteln im Internet.
VDM - Bereits heute können Verbraucher nahezu jedes Lebensmittel über das Internet beziehen. Die Umsätze dieses Sektors steigen. Die Kontrolle des Lebensmittelhandels im Internet kann nur effektiv sein, wenn sie international umgesetzt wird, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Das BVL stellte in der letzten Woche dabei eine eigene Strategie vor. Das Konzept sieht eine zentrale Koordinierungsstelle für Deutschland vor. Deren Aufgabe soll es sein, die Anbieter von Lebensmitteln im Internet zu ermitteln und den Kontrollbehörden der Bundesländer bekannt zu machen. Außerdem soll die Zentralstelle Lebensmittel aufspüren, die die Gesundheit der Verbraucher gefährden oder Verbraucher täuschen. Es ist geplant, für beide Aufgaben eine entsprechende Software zu entwickeln, die die Suchabläufe weitestgehend automatisiert. Das Konzept soll noch im Laufe des Jahres in der Praxis getestet werden.
In der EU müssen lebensmittelproduzierende und -verarbeitende Betriebe mit höherem Risiko häufiger kontrolliert werden als Betriebe mit niedrigerem Risiko. Die Höhe des festgestellten Risikos muss für alle Beteiligten, insbesondere für das betroffene Unternehmen, nachvollziehbar sein und dokumentiert werden. In Deutschland wird das Risiko eines Betriebes unter anderem von folgenden Faktoren bestimmt:
Quelle: Pressemeldung BVL
(Dr. Ines Coldewey)
Die Bundesregierung und das BMELV haben den Entwurf der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift über den Austausch von Daten im Bereich der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes (AVV Datenaustausch - AVV DatA) dem Bundesrat zur Abstimmung gegeben.
VDM / IC - In der amtlichen Lebensmittelüberwachung in Deutschland kommt bislang ein Datenübermittlungsverfahren zum Einsatz, das den heutigen, stark angestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Durch die Neustrukturierung des Lebens- und Futtermittelrechts in der Europäischen Union sind in den letzten Jahren zahlreiche Berichtspflichten der Länder an den Bund und weiter an die EU hinzugekommen, die in dieser Form nicht im bisherigen System vorgesehen waren. Die Datenübermittlung erfolgt daher derzeit in vielen Fällen manuell an die zuständigen Behörden, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
Die neue AVV Datenaustausch regelt daher das einheitliche Verfahren der Datenübermittlung auf Grund folgender festgelegter Berichtspflichten und den Austausch von Daten zwischen Bund und Ländern sowie zwischen den Bundesländern:
Bestehende Systeme der Datenübermittlung wie das Tierseuchennachrichtensystem (TSN) oder Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) bleiben unberührt.
Die neue AVV wird keine Berichtspflichten begründen und keine Berichtsfristen festsetzen, sondern beschreibt lediglich die Katalogstrukturen, auf welcher Grundlage der Datenaustausch erfolgt. Die fachlich zuständigen Bund-Länder-Arbeitsgruppen arbeiten eng mit der Meldestelle im BVL zur Schaffung der erforderlichen Katalogstrukturen zusammen. Grundlagen können z. B. Rechtsvorschriften der EU oder nationale Kontrollprogramme sein.
Die zuständigen Behörden und Stellen der Länder und des Bundes tauschen die Daten über ein Datenmeldeportal aus. Die Daten werden von der Meldestelle weiterverarbeitet, insbesondere gespeichert, aufbereitet und bereitgestellt.
Die Meldestelle stellt im Datenmeldeportal ein Prüfprogramm zur Verfügung, mit dem die zuständigen Behörden und Stellen der Länder ihre Daten vor der Freigabe an die Meldestelle auf Plausibilität prüfen. Das Programm wird den zuständigen Behörden und Stellen der Länder auch zur dezentralen Nutzung zur Verfügung gestellt. Sie sind für die Richtigkeit und Vollständigkeit der an die Meldestelle übermittelten Daten verantwortlich.
(Dr. Ines Coldewey)
