

Eine neue Studie der Welternährungsorganisation (FAO) beziffert den Anteil der gesamten Milchwirtschaft an dem globalen Treibhausgasausstoß auf 2,7 Prozent. Die Studie wurde mit Unterstützung des Internationalen Milchwirtschaftsverbands (IDF) erstellt.
VDM / MP - Unter Leitung von Pierre Gerber machten es sich die führenden Wissenschaftler der Welternährungsorganisation (FAO) zum Ziel, die Ergebnisse der umstrittenen Studie „Livestock Long Shadow“ (2006) explizit auf die gesamte Milchwirtschaft zu beziehen.
Als Ergebnis beziffert die FAO den Beitrag der gesamten Milchproduktion an dem globalen Treibhausgasausstoß auf etwa 2,7 Prozent. Somit fällt der Anteil deutlich kleiner aus als es in einigen Studien dargelegt wird. Bei der Einberechnung der mit der Milcherzeugung verbundenen Fleischproduktion kommen die FAO-Wissenschaftler auf einen Anteil von etwa 4 Prozent. Die Bilanzgrenzen wurden dabei sehr breit aufgestellt und beinhalten u.a. die Produktion von Futtermitteln, Herstellung von Düngemitteln, Milcherzeugung in landwirtschaftlichen Betrieben, Milchverarbeitung sowie alle relevanten Transporte.Die Emissionen pro Liter Milch sind im Vergleich zu anderen Studien relativ hoch und betragen im Durchschnitt zwischen 1,8 - 3,0 kg CO2-Äquivalente pro kg Milch mit deutlichen Regionalunterschieden von 1,3 - 7,5 kg CO2-Äquivalente. Die Studie zeigt deutlich, dass die moderne und effiziente Milcherzeugung- und -verarbeitung Klimavorteile mit sich bringen.
Als Methode für die Analyse wurde die Lebenszyklusanalyse gewählt und für die umfassende Betrachtung entsprechend angepasst. Erster Ansprechpartner für die methodischen Fragen war eine Arbeitsgruppe im Ständigen Ausschuss für Umwelt des IDF.
Laut FAO sollen die gewonnenen Erkenntnisse bei der Entwicklung der politischen und technischen Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks des Sektors beitragen.
Quelle: FAO (2010) Greenhouse Gas Emissions from the Dairy Sector – A Life Cycle Assessment
(Marcin Preidl)
Der erste Arbeitsentwurf eines Gesetzes zur Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts wurde vom Bundesumweltministerium (BMU) der Öffentlichkeit vorgelegt. Obwohl es sich um eine noch unabgestimmte Vorab-Version handelt, werden bereits die Umrisse einer umfassenden Neugestaltung des deutschen Abfallrechts sichtbar.
VDM – Mit der Novelle des Leitgesetzes wird zum einen die Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.11.2008 über Abfälle (AbfRRL) in deutsches Recht umgesetzt. Zum anderen soll mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz die nationale Abfallwirtschaft im Sinne der Koalitionsvereinbarung weiterentwickelt werden.
Das Gesetz soll zukünftig nur den Namen „Kreislaufwirtschaftsgesetz“ tragen. Folgende Eckpunkte bedürfen einer Neuregelung:
Das BMU hatte ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der vorgelegte Arbeitsentwurf innerhalb der Bundesregierung noch nicht abgestimmt ist. Auf Grund des noch erheblichen Klärungsbedarfs und der unterschiedlichen Interessen von Wirtschaft und Kommunen ist nicht sicher, ob das Gesetzgebungsverfahren wie geplant bis zum Jahresende abgeschlossen werden kann.
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) soll drei Monate nach seiner Verkündigung in Kraft treten.
Da die Abgrenzung zwischen den Begriffen „tierische Nebenprodukte“ und „Abfall“ für die Milchwirtschaft von wesentlicher Bedeutung ist wurde innerhalb der VDM/MIV AG Umwelt bereits eine kleinere Arbeitsgruppe ins Leben gerufen und eine gemeinsame Stellungnahme zu dem Thema verfasst.
Quellen: Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums (BMU) sowie „Der Umweltbeauftragte“ (Ausgabe April 2010): Novelle des KrWG: Erster Arbeitsentwurf vorgestellt
Das VDM/MIV Positionspapier zur CO2-Kennzeichnung von Milchprodukten wurde um die neuen Zahlen der aktuellen FAO-Studie, Inhalte der Publikation „Memorandum Carbon Footprint“ sowie um Fakten zur CO2-Bindung unter der Grünland ergänzt.
VDM / MP – Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass die im April 2010 veröffentlichte Studie der Welternährungsorganisation (Food and Agriculture Organization, FAO) den Anteil der Milchwirtschaft an dem globalen Treibhausgasausstoß (CH4, N2O, CO2) auf nur 2,7% beziffert.
In dem sogenannten „Memorandum Carbon Footprint“ - einer gemeinsamen Publikation des Öko-Institutes, des Umweltbundesamtes (UBA) und des Bundesumweltministeriums (BMU) – wurden einige Punkte aufgegriffen, die den Carbon Footprint für Lebensmittel in Frage stellen. Die Autoren bekräftigen, dass die unvollständige und unsystematische Veröffentlichung von CO2-Werten nicht zur Verbraucherorientierung, sondern zur Verwirrung von Verbrauchern beiträgt. Die inhaltlichen Fragen betreffen u.a. viele und unterschiedlich große Verarbeitungsbetriebe mit einer differierenden Zahl an Zulieferern, viele verschiedene Verarbeitungstechniken, unterschiedliche Transportwege und Lagerhaltungen sowie Verpackungsgrößen und Zubereitungsarten.
Darüber hinaus wurde die Thematik der CO2-Bindung unter der Grünland präzisiert. Unter beweideten Grünland können, je nach Standort (klimatische Gegebenheiten, Länge der Vegetationsperiode) und Bewirtschaftungsintensität (Düngung), bedeutende Mengen von Kohlenstoff gespeichert werden. So können pro Hektar Grünland ca. 500 t CO2 über den Humus gebunden werden. Dieser Wert liegt im Vergleich zu einem Hektar Acker (ca. 300 t gespeichertes CO2) deutlich höher, da die obersten Bodenschichten die höchsten Humusgehalte aufweisen. Durch Neuschaffung von Grünland wurden 2008 in Deutschlands Böden etwa 3,9 Mio. t CO2 gebunden.
(Marcin Preidl)
Die erfolgreiche Zusammenarbeit des Internationalen Milchwirtschaftsverbandes (IDF) und der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird fortgesetzt. Ein neuer IDF/FAO Leitfaden für Hygienepraxis und die Revision der Leitlinien für gute landwirtschaftliche Praxis in der Milcherzeugung sind für 2011 geplant.
VDM / MP – Das Thema der Hygiene im landwirtschaftlichen Betrieb wurde unter verschiedenen Aspekten in zahlreichen Publikationen beschrieben (z.B. im Codex Code of Hygienic Practice for Milk and Milk Products oder Code of Practice on Good Animal Feeding). Darüber hinaus haben zahlreiche Länder die obligatorischen und freiwilligen Programme im Bezug auf Hygienepraxis in den Milcherzeugerbetrieben entwickelt.
Das Ziel der neuen Arbeit auf diesem Gebiet ist eine Zusammenfassung der vorhandenen Dokumente und die Entwicklung eines Leitfadens mit den relevanten Prinzipien und Praktiken, die von den Milcherzeugerbetrieben jeder Größe weltweit angenommen werden könnten. Die Arbeit wurde beim Ständigen Ausschuss für Farm Management (SC FM) angesiedelt und findet mit Beteiligung der Experten der FAO und des Ständigen Ausschuss für Tiergesundheit (SC Animal Health) statt.
Unter dem Titel IDF/FAO Leitfaden für Hygienepraxis in der Milcherzeugung (engl. IDF/FAO Guide to hygienic practices at farm level in milk production) wird eine praktische Anleitung für Milcherzeuger in einfacher Sprache verfasst. Die Publikation soll auch Praktiken abdecken, die für kleine Wiederkäuer in den Schwellenländern anwendbar sind.
Des Weiteren stehen die gemeinsamen IDF/FAO Leitlinien für gute landwirtschaftliche Praxis in der Milcherzeugung aus dem Jahr 2004 zur Revision (engl. IDF/FAO Guide to good dairy farming practice). Die bereits geltende Fassung dieses Dokumentes aus dem Jahr 2004 ist unter folgender Internetadresse erhältlich: http://www.fao.org/docrep/006/y5224e/y5224e00.htm
Die beiden Arbeitspunkte werden von Frau Helen Dornom (Dairy Australia) koordiniert. Das Ziel ist, die Ergebnisse der Arbeit auf dem Weltmilchgipfel 2011 in Italien zu präsentieren.
(Marcin Preidl)
